Augen-Chirurgie endlich sicherer beherrschbar  

 

Behandlungskontrolle bei refraktiver Chirurgie erstmals möglich

BERLIN – Die Brillenträger dieser Welt haben lange darauf gewartet und sich zum Teil auf gewagte Operationen eingelassen, um endlich die Welt auch ohne Brille scharf sehen zu können. Die in Berlin ansässige Firma BioShape AG hat ein Verfahren entwickelt, das die refraktive Chirurgie (Beseitigung von Fehlsichtigkeiten) endlich sicher machen kann.

Bis zum heutigen Zeitpunkt wird die Hornhautoberfläche vor einer derartigen Operation vermessen. Diese gewonnenen Daten werden in den Computer des refraktiven Lasers eingegeben, der dann den chirurgischen Eingriff vollendet.

Diese Vorgehensweise berücksichtigt nicht, daß sich jede Hornhaut (u.a. durch ihren spezifischen Wasseranteil) anders auf den Laser verhält. Während der Operation kann nicht gemessen werden, weshalb Fehlkorrekturen sehr häufig anzutreffen sind. Zur Sicherheit, um nicht zu überkorrigieren, unterkorrigiert der Chirurg mit Absicht. Dadurch tragen 50% der korrigierten Patienten trotzdem eine Brille. Ihr Augenarzt wird Ihnen dies bestätigen.

Das Verfahren von BioShape beruht darauf, daß die Hornhaut während der Operation vermessen wird. Dadurch kann der Laser individuell zum optimalen Operationsergebnis geführt werden. Es ist einsetzbar bei allen anerkannten Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten wie photorefraktiver Keratektomie (PRK) und LASIK (Laser in situ Keratomileusis) und auch bei allen Arten von Lasern. Erstmals steht nun ein Verfahren zur Verfügung, daß es gestattet, die Oberflächenform der Hornhaut während des Laserabtrags zu erfassen. Dadurch kann jederzeit der Fortgang der Behandlung überprüft werden. Das Ergebnis der Überprüfung wird dem Lasergerät übermittelt, so daß der weitere Abtrag unter Berücksichtigung der fortlaufenden Messungen kontrolliert wird. Fehlkorrekturen aufgrund falscher Voraussetzungen treten nicht mehr auf, da keine Standardhornhaut sondern individuelle Gewebeeigenschaften den Behandlungsverlauf bestimmen.

Das Meßprinzip beruht auf dem industriell weit verbreiteten, berührungslosen Verfahren der Streifenprojektion. Dabei wird ein Muster aus parallelen Linien auf die Oberfläche projiziert. Bei der Beobachtung des Musters unter einem Winkel erscheinen die Streifen verzerrt. Aus der Verzerrung läßt sich anhand spezieller Algorithmen auf die Oberflächenform zurückschließen.

Juli 99 wird mit der Implementierung des System begonnen. Für Ende 1999 ist geplant, daß erste Operationen mit dem neuen System durchgeführt werden. Aufgrund der großen Nachfrage wird BioShape unter www.BioShape.com eine Webseite einrichten, auf der ab Oktober eine Aufstellung zu finden ist, wo Laser mit dieser neuen Technologie zur Operation bereit stehen. Auch eine Mailingliste wurde eingerichtet.

Nach Meinung von Marktanalysten wird die refraktive Chirurgie bald so selbstverständlich sein wie Vorsorgeuntersuchungen und Sehtests.

Press Release dated 18.06.99 in German