Online Topometrie bei refraktiver Laserchirurgie  

 

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Behandlungskontrolle erstmals möglich

BERLIN – Die refraktive Chirurgie mit dem ArF Excimer Laser erfährt zunehmend Nachfrage und zählt inzwischen zu den etablierten Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. Im Gegensatz zum angloamerikanischen Raum werden in Deutschland noch die meisten Patienten mit der photorefraktiven Keratektomie (PRK) behandelt. Die LASIK (Laser in situ Keratomileusis) verbreitet sich aufgrund der zusätzlichen Risiken erst langsam.

Bei allen laserbasierten Korrekturverfahren werden die Patienten umfänglichen Voruntersuchungen unterzogen, die neben der Refraktion zumeist auch eine Topographie enthalten. Die Einstellparameter des Lasers ergeben sich sowohl aus den Untersuchungsergebnissen als auch aus individuellen Erfahrungswerten des Operateurs. Diese Parameter stellen sogenannte Nomogramme der Anwender dar. Die Notwendigkeit der Nomogramme ergibt sich derzeit noch aus der Unzulänglichkeit der Lasergeräte, keinen aktuellen Status der Behandlung während der Bearbeitung angeben zu können. Daher müssen heute die Anwender und die Patienten bis zum Ende der Behandlung warten, um das refraktive Ergebnis beurteilen zu können. Sollte der Abtrag des Hornhautgewebes außerhalb der Norm liegen, ist eine Fehlkorrektur unabwendbar.

Mag dieser Fall auch nur in einigen Prozent der Patienten eintreten, so ist doch jeder einzelne Fehlkorrigierte ein sehr enttäuschter Patient, der seine Empfindung wohl kaum für sich behält.

Erstmals steht nun ein Verfahren zur Verfügung, daß es gestattet, die Oberflächenform der Hornhaut während des Laserabtrags zu erfassen. Dadurch kann jederzeit der Fortgang der Behandlung überprüft werden. Das Ergebnis der Überprüfung wird dem Lasergerät übermittelt, so daß der weitere Abtrag unter Berücksichtigung der fortlaufenden Messungen kontrolliert wird. Fehlkorrekturen aufgrund falscher Voraussetzungen treten nicht mehr auf, da keine Standardhornhaut sondern individuelle Gewebeeigenschaften den Behandlungsverlauf bestimmen.

Das Meßprinzip beruht auf dem industriell weit verbreiteten, berührungslosen Verfahren der Streifenprojektion. Dabei wird ein Muster aus parallelen Linien auf die Oberfläche projiziert. Bei der Beobachtung des Musters unter einem Winkel erscheinen die Streifen verzerrt. Aus der Verzerrung läßt sich anhand spezieller Algorithmen auf die Oberflächenform zurückschließen. Das Meßergebnis liegt innerhalb weniger Sekunden vor. Für die Auswertung werden nur Beiträge aus der äußersten Hornhautschicht ohne Tränenfilm verwendet, was eine exakte Topometrie insbesondere während der Laserbehandlung ermöglicht. Die Genauigkeit des Verfahrens liegt bei wenigen Mikrometern. Es ist sowohl bei der PRK als auch bei der LASIK einsetzbar.

Das Verfahren ist in Deutschland zum Patent angemeldet. Eine internationale Anmeldung ist in Vorbereitung. Die nächsten Schritte beinhalten eine Weiterentwicklung des vorhandenen Prototypen unter Einbeziehung der Laserhersteller sowie eine genaue Festlegung der Datenübergabe an den zu steuernden Laser.

Press Release dated 05.03.99 in German